Zusammenfassung des offenen Austauschs vom 18.06.2026 :
Kritisch-konstruktive Diskussion am Bürgerstammtisch „IST RIESA HEIMAT?“
Unter dem Motto „Sprich mit deinem Rat!“ luden die Riesaer SPD-Stadträte Manfred Kuge, Kurt Hähnichen und Andreas Näther gemeinsam mit SPD-Kreisrat Christian Bartusch, Bürgermeister von Nossen, zu einem Bürgerstammtisch ein. Im Mittelpunkt stand die Frage: „Ist Riesa Heimat?“
26 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung. Unter ihnen war auch der Bürgermeister der Stadt Strehla, der sich besonders an der Diskussion zur Zukunft der Kindertageseinrichtungen beteiligte.
In einer sachlichen, respektvollen und lebhaften zweistündigen Diskussion wurden Wünsche, Kritik und Ideen zur Entwicklung Riesaer Stadtteile und der Innenstadt gesammelt. Dabei galt: ausreden lassen, miteinander statt übereinander sprechen und unterschiedliche Meinungen zulassen.
Diskutiert wurden insbesondere folgende Themen:
Stadtbild und Innenstadt:
Wie einladend sind die Zufahrten zur Stadt? Wie kann der Bahnhof besser als Eingangstor wirken? Gewünscht wurden mehr attraktive Bepflanzung, Sitzgelegenheiten und ein kreativer Spielplatz, der Familien zum Verweilen in der Innenstadt einlädt.
Inklusion, Gehwege und Radverkehr:
Viele Gehwege und Bordsteinkanten seien für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollatoren und Familien mit Kinderwagen schwierig. Auch die Radwegführung durch die Stadt wurde als unübersichtlich kritisiert. Radfahrer suchten oft unsicher nach Anschlüssen und Wegen.
Atmosphäre und Zusammenhalt:
Mehr Freundlichkeit, Freude und Zusammenhalt wurden als wichtige Ziele genannt. Dabei fiel die nachdenkliche Frage, ob es erst wieder ein Hochwasser wie 2002 oder 2013 brauche, damit die Menschen in der Stadt enger zusammenrücken. Gerade in diesen Zeiten sei Zusammenhalt deutlich spürbar gewesen.
Kitas und Familienfreundlichkeit:
Die geplanten Schließungen von Kindertageseinrichtungen waren ein zentrales Thema. Die anwesenden Räte bezeichneten dies als schmerzlichen Prozess, der gemeinsam mit Eltern, Beschäftigten und Betroffenen gestaltet werden müsse.
Leben in den Stadtteilen:
Genannt wurden unter anderem die Krähenproblematik am Drosselweg und Probleme beim Abfluss von Oberflächenwasser in die Jahna im Bereich Moritzer Straße in Poppitz. Positiv wurde betont, dass die Grundversorgung mit Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten, Krankenhaus, Schulen und Kitas grundsätzlich vorhanden und gut erreichbar sei. Kritik gab es jedoch daran, dass Schreiben an die Verwaltung teilweise unbeantwortet blieben.
Riesas Zukunft:
Der Grundtenor war klar: Riesa ist für viele Heimat. Die Menschen kritisieren nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil sie bleiben wollen und Potenzial sehen. Ein Teilnehmer sprach von einer „schlafenden Perle“.
Gleichzeitig wurde bemängelt, dass Riesa derzeit eher verwalte und versorge, statt stärker gemeinsam mit den Menschen zu gestalten. Die zentrale Frage lautete deshalb: Was will Riesa? Welche Ziele schaffen Identifikation nach innen und Strahlkraft nach außen?
Ein Bürger brachte es auf den Punkt: „Ihr habt ein sehr allgemeines INSEK (Intergriertes Stadtentwicklungskonzept) mit vielen guten Ansätzen beschlossen, aber es fehlt an den nächsten Umsetzungsschritten, um spürbare Wirkungen zu erzielen.“
Die SPD-Räte bedankten sich für die sachliche Kritik und die konkreten Vorschläge. Die Hinweise sollen in die Stadt- und Kreistagsarbeit einfließen. Zugleich wurde deutlich: Für konkrete Verbesserungen braucht es weitere Gespräche zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Räten und Verwaltung.
Für September kündigten die SPD-Räte den nächsten Bürgerstammtisch „Sprich mit deinem Rat!“ an.







