Literaturkonzert
„Deutschland, siehst du das nicht?“
– Untergang der Weimarer Republik (1929–1933)
mit Roman Knižka und Bläserquintett OPUS 45
Sonntag, 29.03.2026,16.00 Uhr
ab 15.00 Uhr Café im Foyer
15.40 Uhr Einlass
ca.17.40 Uhr Nachgespräch mit Roman Knižka und Künstlern
Saal – Elblandphilharmonie
Kirchstraße 3
01591 Riesa-Gröba
Die Stadtteilinitiative „Wir in Gröba“ in Zusammenarbeit mit dem Sprungbrett e.V. lädt am Sonntag, 29.03.2026 um 16.00 Uhr zu einer besonderen musikalischen Lesung mit Roman Knižka und dem Bläserquintett OPUS 45 in den Schubertsaal der Elblandphilharmonie, 01591 Riesa Kirchstraße 3 ein.
„Deutschland, siehst du das nicht?“ – der Titel greift eine eindringliche Zeile aus Kurt Tucholskys Gedicht Deutschland, erwache! von 1930 auf. Es ist ein scharf formulierter Warnruf vor Radikalisierung, Gewalt und dem Zerfall demokratischer Normen. Vielleicht ahnte Tucholsky bereits, dass der Untergang der ersten deutschen Demokratie bevorstand: Weltwirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit, soziale Not, politische Radikalisierung, Straßenschlachten, Notverordnungen und Präsidialkabinette prägten das Bild – die junge Republik taumelte unaufhaltsam ihrem Ende entgegen.
Und doch war dies auch eine Zeit kultureller Blüte. Brecht und Weill erfanden die Oper neu, Walter Mehrings Der Kaufmann von Berlin löste einen Theaterskandal aus. Die Uraufführung von Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues provozierte Nazi-Proteste, während Marlene Dietrich als Lola die Leinwand eroberte. Massen strömten zu Sportveranstaltungen, Boxweltmeister Max Schmeling wurde zur Ikone, die Großstädte feierten Rausch und Rebellion: Sex, Drogen, Charleston.
In ihrem neuen Programm begeben sich Roman Knižka und OPUS 45 in diese dramatische wie schillernde Schlussphase der Weimarer Republik – und knüpfen damit an ihr viel beachtetes Weimar-Programm In diesem Land … zum Krisenjahr 1923 an. Vom Tod Gustav Stresemanns bis zur Machtübernahme Hitlers verfolgt Roman Knižka die politischen und gesellschaftlichen Stationen dieses finalen Kapitels. Literarische Texte von Erich Kästner, Mascha Kaléko, Bertolt Brecht und Kurt Tucholsky treffen auf zeitgenössische Reportagen und Tagebücher – etwa von Viktor Klemperer, Sebastian Haffner oder Dorothy Thompson. Dank der guten Zusammenarbeit zwischen dem Stadtmuseum Riesa und der Dramaturgin des Abends, Kathrin Liebhäuser beleuchtet zudem ein regionaler Akzent wie die Bevölkerung in Riesa die politischen Umbrüche dieser Jahre erlebte.
Das Bläserquintett OPUS 45 bildet die musikalische Vielfalt der Epoche ab – mit Werken von Hanns Eisler, Kurt Weill, Erwin Schulhoff, Paul Juon oder Jean Françaix. Daneben erklingen Schlager und Tanzmusik jener Jahre – von Cole Porter bis zu den Comedian Harmonists.
Die Weimarer Republik war keine Totgeburt. Ihr Scheitern war nicht zwangsläufig. Am Ende des Programms steht daher die zentrale Frage: Welche Lehren ziehen wir heute aus dem Untergang der ersten deutschen Demokratie? Am 30. Oktober 2025 wurden die Künstler explizit für dieses Programm mit dem Hans-Frankenthal-Preis 2025 der Stiftung Auschwitz-Komitee ausgezeichnet.

Das Bläserquintett OPUS 45, bestehend u. a. aus Musiker:innen der Hamburgischen Staatsoper, Beethoven Orchester Bonn, NDR-Radiophilharmonie Hannover und der Dresdner Philharmonie, beschreitet seit einiger Zeit gemeinsam mit dem Schauspieler Roman Knižka neue, disziplinübergreifende Wege, wie z.B. diese literarischen Kammermusikabende, die in der deutschsprachigen Konzertlandschaft einmalig sind.

Roman Knižka (geb.1970 in Bautzen) ist ein durch TV-Dramen, Liebesfilme, Tatorte und diversen Kinoproduktionen bekannter Schauspieler und mit großem Erfolg auf der Bühne aktiv. Seine markante, wandlungsfähige und einnehmende Stimme begeistert sowohl Kinder als auch Erwachsene.
Das Konzert dauert ca. 90 Minuten. Es wird kein Eintritt erhoben, aber die Veranstalter bitten um eine entsprechende Spende zur Deckung der Unkosten. Ganz besonderer Dank gilt den vielfältigen Sponsoren und Spendern aus der regionalen Wirtschaft, die trotz der teilweisen Mitfinanzierung aus dem Programm Partnerschaft für Demokratie (Bund) und dem Kulturraum Meißen-Sächs.Schweiz-Osterzgebirge diese Veranstaltung erst möglich machen.








